01 118 zu Gast in Ebermannstadt

800_IMG_0645Die Schnellzug Lok 01 118 des Vereins Historische Eisenbahn Frankfurt (HEF), war an Fronleichnam, 4. Juni 2015, zu Gast bei der Dampfbahn Fränkische Schweiz (DFS) in Ebermannstadt. Für mich Anlaß und Ansporn, einige Videosequenzen einzufangen.

Mein kurzer Video-Blitz beginnt um 11:10 Uhr mit der Einfahrt des Sonderzuges in den Bahnhof Forchheim. Anschließend legte ich mich in Kirchehrenbach auf die Lauer, konnte im Verkehrsstau vor dem Bahnübergang in Ebermannstadt das Rücksetzmanöver* des Sonderzuges sehen, beobachtete die Ankunft und Abfahrt des planmäßigen DFS-Zuges mit der V36 123 und konnte die 01 118 auf der Heimfahrt, Tender voraus, im Bahnhof Forchheim noch einmal vor die Kamera bekommen.

Das stimmungsvolle Foto „01 118 im Bahnhof Ebermannstadt“ stammt von Martin Kopp, der es mir freundlicherweise zur Veröffentlichung zur Verfügung stellte. Herzlichen Dank.

MartinKopp_20150604-9892-cs6-klDoch zunächst noch einige Eckdaten der „alten Dame“, die sich in einem top gepflegten Zustand zeigte:

  • Alter 80
  • Gewicht 171 Tonnen
  • Länge ~24 Meter
  • Höchstgeschwindigkeit 130 km/h.

*Meine Mutmaßung im Begleitkommentar des Videos ist nicht korrekt, die korrekte Begründung für das Manöver mailten mir unabhängig voneinander Arne Erdmann, Zugführer bei der DFS und als Lotse auf der 01 118 im Einsatz und Stephan Schäff, Pressesprecher der DFS. Hier also die korrekte Beschreibung des warum und wie:

Zugfahrten von und nach Forchheim sind aus betrieblichen Gründen nur in und aus Gleis 1 zugelassen, d. h. eine Einfahrt von Forchheim direkt in den Bahnhofsteil der DFS wäre zwar weichentechnisch möglich, würde aber wohl Ärger mit den Aufsichtsbehörden nach sich ziehen, da hier für den Zug kein gesicherter Fahrweg im Sinne einer signaltechnisch verschlossenen Fahrstraße möglich ist.“

Die Zugfolge zwischen dem Sonderzug und der regulären Agilis-Fahrt war zeitlich gesehen sehr knapp. „Um Zeit zu sparen und damit die Reisenden gar nicht erst auf die Idee kommen auszusteigen, halten wir bei solchen Fahrten direkt hinter dem Bahnübergang an, damit ist die Zugfahrt beendet (das Gleis 1 des Bahnhof Ebermannstadt beginnt signaltechnisch an der Trapeztafel aus Richtung Forchheim) und wir können nach dem Zurücksetzen und Umstellen der Einfahrweiche als Rangierfahrt in den DFS-Teil fahren. Dort erfolgt dann auch der Ausstieg der Reisenden. Die Weichen werden wieder verschlossen und die Abstellmeldung an den Fahrdienstleiter nach Forchheim gegeben. Erst jetzt darf der Agilis die Fahrerlaubnis bis zum Endbahnhof Ebermannstadt erteilt werden.

Die Sicherheit der Fahrgäste beim Aussteigen spielt natürlich auch eine Rolle (Gleis 1 hat nur 80 m Bahnsteiglänge, Gleis 2 und 3 mehr als 140 m), der Hauptgrund für das Manöver ist aber die ausschließliche Zulässigkeit von Zugfahrten nach Gleis 1.

Danke an Arne und Stephan für die Aufklärung und nun viel Spaß beim Anschauen des Videos.

Rainer Frischmann

 

 

 

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